Ein Raketenstart ist ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn die Triebwerke zu arbeiten beginnen. Rauch– und Dampfwolken schießen empor. In ihnen eingehüllt erhebt sich die Rakete vom Starttisch. Immer  schneller werdend schiebt sie sich empor. In Fahrt geraten  kann man sie schließlich  nur noch an ihren Abgasen verfolgen. Als winziger Punkt entschwindet sie im Himmel.

Diesen Vergleich möchte ich ziehen, wenn es um den Beginn einer neuen Gruppe oder eines neuen Projekts geht.


Sehr viel Energie, Zeit und Geld, ja auch Geld wird benötigt, um ein neues Vorhaben anzuschieben. Alle Kraft konzentriert sich darauf, einen Entschluss Wirklichkeit werden zu lassen.


So ging es uns als Kirchengemeinde mit dem ‚Abenteuerland‘.

Bildlich gesprochen, die 'Rakete' fliegt. Inzwischen sollen schon Kinder ihre Eltern Sonntag morgens geweckt haben, damit sie, die Kinder, ja 'Abenteuerland' nicht verpassen.

Das Jochen-Klepper-Gemeindehaus wird von Kindern durchwuselt und alle Räume sind belegt.

Ich möchte noch einmal an die Vorgeschichte erinnern.
In unserer Jugendarbeit und Kinderkirche mangelte es nie an Kindern, sondern an Mitarbeitern. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wuchsen in  ihre Aufgaben hinein, wuchsen daran in charakterlicher und persönlicher Hinsicht. Wenn sie mit im Durchschnitt 17 bis 19 Jahren in der Lage waren, Gruppen  zu leiten, begann ihr Studium oder sie zogen des Berufes wegen von Freudental fort.
Durch die vermehrten Anforderungen in den Schulen (beispielsweise die verkürzte Gymnasialzeit oder die Hauptschulprüfung) verblieb durch mehr Nachmittagsunterricht oder mehr Lernzeit  nur noch der Freitagabend als Gruppenabend.

Wir standen als Gemeinde vor der Herausforderung, ein neues Konzept für unsere Jugendarbeit zu finden.

 

Wir stießen auf das ‘Abenteuerland‘. Ich weiß, dass einige Eltern sich an dem Titel stören. Ursprünglich kommt das Konzept unter dem Namen ‘promiseland‘ aus den USA. Die badische Landeskirche   probiert es schon längere Zeit aus. Es geht von einem anderen Ansatz aus. Seither wuchs der klassische Mitarbeiter in seine Aufgabe hinein. Das bedeutet er lernte, unterstützt durch Fortbildungskurse des Evang. Jugendwerks in Württemberg, auch die Aktionsfelder, die ihm persönlich nicht lagen. Ein Jungscharleiter lernte zum Bespiel nicht nur Spiele zu leiten, sondern auch  Andachten halten. Beim Konzept des ‚Abenteuerlandes‘ hingegen  setzen sich die Mitarbeiter dort ein, wo ihre Stärken liegen, beispielsweise gibt es eine Tanzgruppe oder Jugendliche spielen in der Band zusammen mit Erwachsenen (siehe Bilder).
Der Ablauf eines solchen Sonntagmorgens wurde bereits im Mitteilungsblatt ausführlich  beschrieben, deshalb  möchte ich ihn nur kurz schildern.
Er beginnt mit  einer Sammelphase mit freiem Spiel, dann ein Plenum mit einer biblischen Geschichte im Mittelpunkt, dargestellt durch Szenen und Liedern und anschließenden Kleingruppen (Mädchen und Jungen und nach Alter getrennt). Das Plenum mit Anspiel entspricht eher der klassischen Kinderkirche, die Kleingruppe gleicht  mehr der Jungschar.


Zu den seitherigen Treffen kamen zwischen 45 und 58 Kinder zusammen.
Wir sind mit allen Mitarbeitern froh, dass es gut angenommen wurde. Als Kirchengemeinderat sind wir dankbar für alle die großen Mühen und den Einsatz der Mitarbeiter.

Ihr ehrenamtliches Engagement macht solch ein Projekt erst möglich. Wir hoffen, dass das ‚Abenteuerland“ zum Segen für die Kinder wird, dass sie gestärkt und ermutigt durch die biblische Botschaft und angeleitet durch das Vorbild der Mitarbeiter ihren eigenen Weg in die Zukunft finden.


Dankbar sind wir für die Spende der BRUKER-Stiftung aus Bietigheim-Bissingen. Sie möchte mit 3.000 Euro die Jugendarbeit mit Schwerpunkt ‘Abenteuerland‘ unterstützen. Herzlichen Dank an den Stifter Hans-Peter Bruker und seinen Cousin Bernhard Schneider aus dem Vorstand der BRUKER-Stiftung. Zur Information, Hans-Peter Bruker stammt aus Freudental.