Glocken

Sie laden ein, informieren und mahnen.

 

Für die einen sind sie ein Stück Heimat und sie hören "ihre" Glocken aus vielen heraus. Für andere sind sie Bimmeln.

Glocke von 1250

 

Gestatten, ich bin die älteste "Einwohnerin" von Freudental.
Experten datieren meine "Geburt" in die Frühzeit von Freudental, um 1250 herum. Vermutlich von Löchgau her kommend schlugen Siedler eine große Lichtung in die Wälder des Strombergs, um das Land urbar machen zu können.
Seitdem begleitet mein Klang die Menschen Freudentals. An den Sonntagen und zu den hohen Festen lade ich zu den Gottesdiensten ein. Während ich zu hören bin, werden Kinder getauft und Konfirmanden eingesegnet. Paare schreiten zur Trauung. Kranke tröste ich. Schlaflosen Menschen gliedere ich die Nacht und kündige das Tagwerk an. Den Rastlosen rufe ich abends zu: ‚Mach Feierabend'. Mein letzter Gruß gilt den Verstorbenen bei der Beerdigung. Im Mittelalter warnte ich vor den Gefahren der Wolfsrudel und Räuberbanden. Ich rief die Bürger zu den Brandherden und meldete freudige Ereignisse. Ich hänge bis heute am gleichen Ort . Jede Viertelstunde melde ich mich.
So oder ähnlich könnte unsere älteste Einwohnerin sprechen, wenn es die Glockensprache gäbe. Sie hängt heute mit zwei "Schwestern" von 1964 im Turm.

Diese sehr alte Glocke, vermutlich die älteste im Landkreis Ludwigsburg, gibt uns einen Hinweis, dass sich die Einwohnerschaft Freudental von Anfang an in einem Gotteshaus versammelte. Sei es Gott zu loben, ihm vor Bewahrung in Unglücksfällen zu danken, ihn um Frieden zu bitten oder seine Klage ihm anzuvertrauen.

Im Glockenatlas von Württemberg wird sie unter der Nummer 968 aufgeführt und wie folgt beschrieben: "Schmucklose Glocke, ansteigende Kronenplatte mit Pfeilen. Flache Haube mit gewölbtem Schulterübergang, Flanke steil, Kronenbügel, gerundeter Querschnitt, glatt." Durchmesser 0,70 m, Höhe 0,61 m, Gewicht ca. 200 kg.

Glockenstube